Marion Beyer
schrieb am 30. Januar 2026 um 21.17 Uhr
Auch ich bin mit Angela zur Schule gegangen - wir belegten beide den Musikleistungskurs. Schon damals teilten wir eine Leidenschaft : die Liebe zur Oper. Angela war der erste Mensch für mich, mit dem ich nicht nur über Musik und Gesang, sondern über den Inhalt, die Bedeutung einer Oper und ihren Bezug zur Gegenwart sprechen konnte. Nach dem Abitur studierten wir gemeinsam Germanistik und wieder vertieften sich unsere Gespräche. Später waren wir zur gleichen Zeit schwanger. Von Angela erhielt ich - zu dem Zeitpunkt schon im Osten lebend- das erste Nachwende - Westpaket, so liebevoll und kreativ gepackt. Angela schrieb viele Briefe und Karten, so wusste ich immer wieder, wo sie gerade steckte. Ich besuchte sie mit meinen Kindern. Irgendwann hat sie den Kontakt abgebrochen - ohne Grund oder Streit, vielleicht war die räumliche Entfernung zu groß, vielleicht aufgrund eines neuen Lebensabschnitts. Immer wieder habe ich gedacht : Wie geht es ihr? Wo mag sie sein. Gestern habe ich diese Seite gefunden und bin erstickt im Schock. In meinem Fotoalbum: Angela - auf ihrem Schoß unsere Töchter, wie Schneeweißchen und Rosenrot. Meine Tochter starb mit 1,5 Jahren. Und nun auch Du - jetzt bist du wie Meta im Himmel. Man kann es nicht verstehen, es zerreißt einem das Herz. Zu jung, viel zu jung. Deiner Tochter und allen Angehörigen wünsche ich Kraft und Zuversicht trotz allen Schmerzes und Trauer. In unseren Gedanken und unseren Herzen lebt sie weiter und wir werden uns wiedersehen, da bin ich mir sicher.